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WAS HILFT, WAS NERVT?

Häufig wissen Freunde, Mitschüler*innen und Menschen in der Umgebung nicht, wie Sie mit Deiner Traurigkeit und dem Verlust umgehen sollen. Sie sind verunsichert, was Dir gut tun könnte und was völlig verkehrt ist. Natürlich gibt es kein Patentrezept, aber für jeden von uns gibt es sicherlich etwas, das gut tut, und etwas, das besonders weh tut.

Was von dem was Deine Freunde oder Deine Familie Dir sagen oder tun ist hilfreich? Was hingegen sollten sie lieber lassen? Was kannst Du Dir selbst Gutes tun? Was hilft Dir in welchen Situationen?

Schreib uns eine Nachricht und lass uns wissen, was Dir gut tut und was nicht.

"Es nervt, wenn von der Gesellschaft erwartet wird nach einer bestimmten Zeit wieder "normal" zu sein. Das normal von davor gibt es nicht mehr. Es wird anders, aber deswegen nicht unbedingt schlechter. Der ständige Erwartungsdruck zieht einen runter und raubt Energie für die eigentlich wichtigen Dinge."

Lindgren_Zitat

"Was nervt? Der Spruch 'Du bist noch so jung, du wirst irgendwann wieder jemanden finden'.
... Zwei Monate, nachdem der Freund gestorben ist."

"Die spürbare Erwartung vieler Menschen in der Umgebung, dass man ganz schnell wieder zur Tagesordnung übergeht - die nervt!!!"

"'Jeder stirbt mal' , dieser Satz nervt!"

"Der Satz "die Zeit heilt alle Wunden" nervt. Die Wunden heilen zwar, indem sie zu Narben werden, aber diese Narben tun sehr weh, also von kompletter Heilung kann ich nicht sprechen."

"Meine Freunde, sie wissen, wann ich Ruhe brauche und lassen mich nicht alleine. Sie passen auf mich auf, damit ich nichts Dummes mache. Sie schaffen es, mir dann irgendwie doch ein kleines Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Danke!"

 

"Es nervt, wenn man jeden Tag von der selben Person gefragt wird 'Wie gehts dir?'. Wie soll es mir schon gehen? Als ob es mir am nächsten Tag besser geht. Als ob ich den Tod des wichtigsten Menschen in meinem Leben so schnell verarbeiten würde."

"Nichts sagen oder doch? Aber WAS soll ich sagen?
Ich finde es furchtbar, wenn Leute, die von deinem Verlust wissen, gar nichts sagen. Das verunsichert total, es ist schlimmer als alles, was man sagen kann. Es fühlt sich an, als wäre es demjenigen egal. Dabei muss man gar keine Angst haben, etwas zu sagen, denn eigentlich ist es völlig egal, was man sagt. Es haben so viele zu mir gesagt, dass sie nicht wissen, was sie sagen sollen. Aber woher auch? Ich weiß doch auch nicht, was ich sagen soll. Es gibt nichts zu sagen. Man muss sich nicht schlecht fühlen, wenn man nicht weiß, WAS man sagen soll, aber auch das abgedroschendste "Tut mir Leid" tut gut, weil man merkt, dass man zur Kenntnis genommen wurde."

"Manchmal reicht eine Umarmung aus. Einmal hatte ich einen ganz schlechten Tag in der Schule und saß in der letzten Stunde zusammengesunken auf meinem Stuhl und die Tränen haben nicht aufgehört. Mein Lehrer hat ohne groß zu fragen gesagt, ich könne einfach raus gehen. Eine andere Lehrerin hat mich weinen sehen und sich zu mir gesetzt. Als ich mich etwas beruhigt habe, hat sie sich mit mir unterhalten. Sie kannte mich nicht einmal, aber als sie mich diese Woche noch mal gesehen hat, hat sie mir von dieser Seite erzählt."

"'Hey, wir können es auch nicht mehr ändern. Und du musst auch mal wieder normal werden. Du kannst hier nicht immer so rumsitzen!' Das nervt total. Den anderen ist das alles nach einer Woche egal, und man ist traurig. Dann ist man nicht mehr traurig sondern total sauer!"

"Alle Sätze, die mit 'Also ich in deiner Situation...' anfangen nerven, denn niemand kann in meiner Situation sein, außer ich selber. Es geht einmal nicht um euch und wie ihr meine Trauer in euch rein-projiziert, sondern es geht um mich!"

"Es nervt, wenn man plötzlich von Personen, mit denen man nie etwas zu tun hatte, so behandelt wird als wenn man sich ewig kennt. Man wird mit Seidenhandschuhen angefasst, als wenn man an der Realität jederzeit zerbricht."

"Es nervt, wenn die Leute so tun, als wär es nicht mehr wichtig. Ich war letztens bei Freunden eingeladen und es wurde kein einziges Mal an dem Abend gefragt wie es mir geht. Sie sollen keine Angst haben, dass ich bei der Frage in Tränen ausbreche und den ganzen Abend über nichts anderes rede. Ich will doch nur gefragt werden. Schlimmer noch, ein Freund von mir, der auch da war, hat den ganzen Abend gejammert und getan als ginge es uns allen wunderbar. Irgendwann habe ich sogar selbst geglaubt, mir ginge es ja gar nicht so schlecht. Zuhause angekommen war ich richtig wütend."

"Eine Weile alleine dasitzen und weinen, wenn gar nichts mehr geht, das hilft. Und dann, wenn man zurückkommt zu den Menschen mit einem sanften Lächeln empfangen werden und dem Satz: 'Du bist schon okay.' Wenn ich spüre, dass die anderen mein Bedürfnis nach Ruhe und Rückzug respektieren und als völlig normal empfinden. Wenn man nicht ausgeschlossen wird, nur weil man trauert und sich vielleicht selber ausschließt."

 

"Was nervt: jede Form von Leistungsdruck. Und jeder gutgemeinte Aktionismus im Sinne von "Lass dich nicht so hängen!" - Klar, manchmal möchte ich auch selber wieder aktiv werden und freue mich über Arbeit, Gesellschaft und Unternehmung. Das Beste ist dann, einfach irgendwo mitmachen zu dürfen, ohne dass groß gefragt wird oder sich ständig jemand Sorgen macht, ob ich das schaffe, ob das jetzt angemessen ist und ob es mir gut dabei geht oder nicht. Das kann ich bei all der Trauer ganz gut selbst verantworten. Man ist ja nicht blöd, nur traurig."